Franz-Koelsch-Medaille für Dr. Gabriela Petereit-Haack: Auszeichnung für herausragende Leistungen in der Arbeitsmedizin

(18.03.2026) Die renommierte Franz-Koelsch-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) geht in diesem Jahr an die hessische Landesgewerbeärztin Dr. Gabriela Petereit-Haack. Sie erhält die Auszeichnung für ihre langjährigen wissenschaftlichen und praktischen Leistungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Die Franz-Koelsch-Medaille gilt als eine der höchsten Auszeichnungen im Bereich der Arbeitsmedizin in Deutschland und wurde heute im Rahmen der DGAUM-Jahrestagung in München feierlich überreicht.

„Die Forschung von Dr. Gabriela Petereit-Haack zu arbeitsbedingten Erkrankungen und ihr Engagement in wichtigen Fachgremien leisten einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit der Beschäftigten“, betont DGAUM-Präsident Professor Thomas Kraus in seiner Laudatio. „So würdigen wir eine herausragende Wissenschaftlerin und Praktikerin, die die Arbeitsmedizin in Deutschland entscheidend prägt!“

Erste neutrale Instanz bei Berufskrankheitenverfahren
„Es geht bei meiner Forschung nicht nur um die Bearbeitung neuer Berufskrankheiten, sondern ebenso um die Perspektivenerweiterung auf neue tätigkeitsbedingte Gesundheitsschäden, die durch die Veränderungen unserer Arbeitswelt entstehen“, erklärt die Preisträgerin. Als Landesgewerbeärztin hat Petereit-Haack einen engen Bezug zu einzelnen Beschäftigten, einen guten Einblick in hessische Betriebe und einen steten Austausch mit verschiedenen Akteuren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sowie Institutionen. Eine neutrale Sicht sei dabei essenziell: „Wir, die Gewerbeärztinnen und Gewerbeärzte, sind die erste neutrale Instanz in jedem Berufskrankheitenverfahren und versuchen, dort die Rechte der betroffenen Versicherten zu erwirken“, erklärt sie.

So sehe sie auch die Franz-Koelsch-Medaille als Auszeichnung der Frauen in der Arbeitsmedizin und verstehe diese als besondere Wertschätzung der Arbeit der Gewerbeärztinnen und -ärzte in Deutschland.

Von der Humanmedizin über die Umweltmedizin zur Arbeitsmedizin
Gabriela Petereit-Haack studierte Humanmedizin in Berlin und Gießen und promovierte im Bereich der experimentellen Kardiologie und erlangte an der Universität Düsseldorf den MPH. Nach klinischer Tätigkeit und Arbeit in einem Drogen-toxikologischen Labor wechselte sie in die Umweltmedizin und später in die Arbeitsmedizin. Seit 2008 ist sie beim Regierungspräsidium Darmstadt tätig und ist seit 2021 die Landesgewerbeärztin des Landes Hessen. In dieser Funktion verantwortet sie unter anderem die Bereiche Arbeitnehmerschutz im Gesundheitswesen und Überwachung von Medizinprodukten.

Parallel dazu engagiert sie sich in verschiedenen nationalen Fachgremien, etwa im Ausschuss für Arbeitsmedizin (AfAMed) sowie im Ärztlichen Sachverständigenbeirat (ASB) für Berufskrankheiten beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Ein Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen Arbeit liegt auf arbeitsbedingten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sowie auf psychischen Belastungen am Arbeitsplatz. Aktuell untersucht sie unter anderem gesundheitliche Risiken bei Lehrkräften und Rettungsdienstpersonal.

Seit 2018 ist der Preisträger Professor für Arbeitswissenschaft an der HAW Hamburg. Hier leitet Klußmann derzeit gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Susanne Busch das Competence Center Gesundheit (CCG). Unter anderem koordiniert er die S1-Leitlinie „Händigkeit – Bedeutung und Untersuchung“, wie auch die S2k-Leitlinie: „Arbeiten unter klimatischen Belastungen“. Von 2010 bis 2023 Leiter der Arbeitsgruppe „Forum Arbeitsphysiologie“ der DGAUM und der GfA.

Dr. med. Gabriela Petereit-Haack MPH
Foto-Credit: Regierungspräsidium Darmstadt


Hintergrund: Über die Franz-Koelsch-Medaille der DGAUM
Die Franz-Koelsch-Medaille ehrt sowohl wissenschaftliche als auch praktische Leistungen, die zur Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz beitragen. Sie ist eine bedeutende Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM). Die Medaille wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich durch besondere Leistungen auf dem Gebiet der Arbeitsmedizin ausgezeichnet haben. Sie würdigt symbolisch herausragende Beiträge zur Entwicklung und Förderung der Arbeitsmedizin. Gestiftet wurde die Medaille 1967 von der damaligen Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin. Anlass war der 90. Geburtstag von Professor Dr. med. Franz Koelsch, der als Begründer der deutschen Arbeitsmedizin gilt.