Berlin, München, 15. September 2026 – Immer mehr Ärztinnen und Ärzte entscheiden sich für eine Aus- und Weiterbildung in der Arbeits- und Betriebsmedizin. Kürzlich in der Fachzeitschrift ASU veröffentlichte Daten der Bundesärztekammer zeigen Rekordzahlen bei den Facharztanerkennungen für Arbeitsmedizin sowie steigende Teilnahmezahlen an den arbeitsmedizinischen Weiterbildungsakademien. Nach Angaben der Ärztekammern sind zahlreiche Weiterbildungskurse lange im Voraus ausgebucht, sodass die Akademien Wartelisten führen. Für die rund 46 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland sind das gute Nachrichten, weil damit die Voraussetzungen für eine langfristig stabile betriebsärztliche Versorgung gegeben sind.
Deutliches Wachstum bei Fachärztinnen und Fachärzten für Arbeitsmedizin
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei den Anerkennungen zum Facharzt für Arbeitsmedizin. Hier haben sich die Zahlen seit 2010 mehr als verdoppelt. Allein im Jahr 2025 wurden 301 Anerkennungen gemeldet. Die Zahl der berufstätigen Fachärztinnen und -ärzte für Arbeitsmedizin ist im selben Zeitraum um 1.525 gewachsen.
Die Zusatzweiterbildung Betriebsmedizin verzeichnet hohe Nachfrage
Die Teilnehmendenzahlen der Weiterbildungsakademien liegen weiterhin auf hohem Niveau und steigen tendenziell. Die Anerkennungen für die Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin haben zwischen 2015 und 2025 um über 80 Prozent zugenommen.
Die Reform der Weiterbildungsordnung zeigt Erfolge
Ein wesentlicher Grund für diesen Erfolg liegt in der Reform der Weiterbildungsordnung. Seit der Novellierung im Jahr 2018 wurde der Zugang zum Fachgebiet deutlich flexibilisiert. Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen können ihre bisherigen Qualifikationen leichter anrechnen lassen. Zudem wurden attraktive und praxisnahe Wege zum Erwerb der Facharztbezeichnung oder der Zusatzweiterbildung Betriebsmedizin geschaffen.
„Die aktuellen Zahlen sind gute Nachrichten für die Prävention in Deutschland. Sie zeigen, dass die Arbeitsmedizin für Ärztinnen und Ärzte attraktiv bleibt und der eingeschlagene Weg zur Modernisierung der Weiterbildung erfolgreich ist. Eine starke arbeitsmedizinische Versorgung ist eine wichtige Voraussetzung dafür, Gesundheit, Beschäftigungsfähigkeit und Teilhabe in einer sich wandelnden Arbeitswelt langfristig zu sichern“, erklärt Prof. Dr. Volker Harth, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM).
Die steigende Zahl qualifizierter Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmediziner ist auch vor dem Hintergrund neuer Herausforderungen in der Arbeitswelt von großer Bedeutung. Der demografische Wandel, psychische Belastungen, chronische Erkrankungen sowie die Notwendigkeit einer längeren Erwerbstätigkeit erhöhen den Bedarf an betrieblicher Prävention und Gesundheitsförderung.
Auch Susanne Liebe, Präsidentin des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), begrüßt die Entwicklung: „Der wachsende Bedarf der Unternehmen trifft auf eine neue Generation von Ärztinnen und Ärzten, die stärker präventiv arbeiten und die Arbeitswelt aktiv mitgestalten möchte. Genau darin liegt die besondere Stärke der Arbeitsmedizin: Sie ist ein modernes, vielseitiges Fach mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und konkretem Nutzen für Unternehmen und Beschäftigte.“
Die aktuellen Entwicklungen relativieren deutlich frühere Prognosen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die vor einem Engpass in der betriebsärztlichen Betreuung gewarnt hatten.
Den Fachartikel in der Zeitschrift ASU können Sie hier lesen:
Anzahl der arbeitsmedizinischen Weiterbildungsqualifikationen auf Rekordniveau
Pressekontakt „die arbeitsmedizin“
Nicole Zubayr
zubayr@dgaum.de
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die arbeitsmedizin
Die Kooperation der drei arbeitsmedizinischen Verbände, bestehend aus dem Bundesverband selbstständiger Arbeitsmediziner und freiberuflicher Betriebsärzte (BsAfB), der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) sowie dem Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) vertritt gemeinsam über 6.000 Mitglieder. Als führende Fachverbände der Arbeitsmedizin setzen sie sich engagiert für eine wirksame Prävention und nachhaltige Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ein. Ein zentrales Anliegen ist zudem die Stärkung der Rolle von Betriebsärztinnen und Betriebsärzten in der medizinischen Versorgung und im Gesundheitssystem. BsAfB, DGAUM und VDBW stehen im kontinuierlichen Dialog mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und dem Gesundheitswesen, um die arbeitsmedizinische Versorgung zukunftsfähig zu gestalten.